SCHÄDLICHE und/oder EXPLOSIVE ATMOSPHÄREN
S.I.S. verfolgt das Ziel, die Kultur der Sicherheit am Arbeitsplatz durch die Förderung der Kenntnisse über potenziell explosive und/oder schädliche Gase, die in den Arbeitsstätten vorhanden sein können, zu verbessern.
H2S 
H2S (Schwefelwasserstoff) ist eine der größten Gefahren bei der Arbeit und in vielen industriellen Produktionsstätten auffindbar. H2S kann entstehen, wo eine Vermischung von Kohlenwasserstoffen und Schwefel zu finden ist. H2S ist ein Produkt aus dem Zerfall organischen Materials und an Orten wie den Laderäumen von Schiffen, Bergwerken, Zellulosefabriken, Kanalisationen und Sümpfen auffindbar.
PHYSIKALISCHE EIGENSCHAFTEN VON H2S
Farbe: farblos.
Geruch: charakteristischer Geruch von faulen Eiern in niedrigen Konzentrationen.
Dampfdichte: schwerer als Luft, setzt sich daher in den unteren Bereichen ab.
Explosionsgrenzen: im richtigen Verhältnis mit Luft oder Sauerstoff gemischt und einer Zündquelle ausgesetzt, kann es eine Explosion hervorrufen.
Entflammbarkeit: wenn es brennt, produziert es Schwefeldioxyd (SO2), das ebenfalls ein sehr toxisches Gas ist.
Löslichkeit: löslich in den meisten Flüssigkeiten.
Siedepunkt: verflüssigtes H2S siedet ab einer sehr niedrigen Temperatur und findet sich daher gewöhnlich in gasförmigem Zustand.
DIE TOXISCHEN BEREICHE VON H2S
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KONZENTRATIONEN |
AUSWIRKUNGEN |
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1 ppm |
Der Geruch ist wahrnehmbar |
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10 ppm |
Arbeitsplatzgrenzwert bis zu 8 Stunden. Bei dieser Konzentration wird geraten, ein entsprechendes Atemgerät zu tragen. |
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20 ppm |
Maximaler Arbeitsplatzgrenzwert. Kein Arbeiter darf zu keinem Zeitpunkt einer Konzentration von 20 ppm ausgesetzt sein. |
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100 ppm |
Verlust des Geruchssinns in 2-15 Minuten. Mögliches Brennen im Hals, Kopfschmerzen und Übelkeit. |
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200 ppm |
Schneller Verlust des Geruchssinns. Augen und Hals brennen. |
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500 ppm |
Verlust der Denkfähigkeit und des Gleichgewichts. Atemstörungen in 2-15 Minuten. Erste Hilfe notwendig. |
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700 ppm |
Sofortiger Verlust des Bewusstseins. Ruft Krämpfe hervor, Kontrollverlust der Darm- und Blasenfunktionen. Die Atmung setzt aus und der Tod tritt ein, wenn nicht umgehend eingegriffen wird. |
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1000 ppm |
Verursacht sofortigen Bewusstseinsverlust. Tod oder dauerhafte Hirnschäden können eintreten, falls nicht umgehend und angemessen eingegriffen wird. |
ANDERE WÄHREND DER FÖRDERUNG UND IN INDUSTRIELLEN PROZESSEN VORKOMMENDE GASE

Andere potenziell gefährliche Gase, die in Erdölstätten und Industrieanlagen in Zusammenhang mit dem Vorhandensein von H2S vorkommen, sind: SO2, explosive Gemische, CO, CO2, VOC, BENZOL, NORM.
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GAS |
EIGENSCHAFTEN VON GASEN |
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SO2 |
Schwefeldioxid ist ein farbloses Gas mit einem typischen empyreumatischen Geruch, leicht löslich in Wasser. Die Substanz reizt stark die Augen und Atemwege. Die Einatmung kann ein Lungenödem verursachen und eine verlängerte Exposition kann zum Tod führen. In Gegenwart von Wasser oder Wasserdampf greift es viele Metalle an, darunter Aluminium, Eisen, Stahl, Messing, Kupfer und Nickel. Geschmolzen kann es Plastik und Gummi korrodieren. |
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Explosive Gemische |
Wie aus dem Namen hervorgeht, handelt es sich um eine Mischung aus gasförmigen Kohlenwasserstoffen, die in den natürlichen oder chemischen/industriellen Prozessen entstehen, sie sind entflammbar in Gegenwart von Brennstoff und einer Zündquelle. Diese Mischung kann Methan, Ethan, Propan, Butan etc. enthalten.
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CO |
Kohlenmonoxid hat die Formel CO, es ist ein giftiges Gas, das besonders tückisch ist, da es geruch-, farb- und geschmacklos ist. Kohlenmonoxid ist toxisch, weil es sich fest mit Eisenionen im Hämoglobin des Blutes verbindet und einen wesentlich stabileren Komplex bildet als derjenige mit Sauerstoff. Die Bildung dieses Komplexes sorgt dafür, dass das Hämoglobin sich in Form von Carboxyhämoglobin (COHb) stabilisiert, das, aufgrund seiner allosterischen Eigenschaften, weniger leicht Sauerstoff an das Gewebe abgibt. Die Vergiftung durch Kohlenmonoxid führt zu Bewusstlosigkeit (das Gehirn erhält schrittweise weniger Sauerstoff) und damit zum Tod durch Ersticken. |
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CO2 |
Kohlendioxid ist ein saures Oxid (Anhydrid), gebildet aus einer Verbindung einer Kohlenstoffatoms mit zwei Sauerstoffatomen. Kohlendioxid ist das Ergebnis der Verbrennung einer organischen Verbindung in Gegenwart von Sauerstoff in einer Menge, die ausreichend ist, um eine Oxidation durchzuführen. Kohlendioxid entsteht vor allem durch folgende Prozesse:als Nebenprodukt aus Anlagen zur Herstellung von Ammoniak und Wasserstoff, bei dem das Methan zu Kohlendioxid umgewandelt wird;aus der Verbrennung von Öl und Steinkohle; vor allem in Wärmekraftwerken und in Kraftfahrzeugen;als Nebenprodukt der Gärung;aus dem thermischen Zerfall von CaCO3;als Nebenprodukt bei der Herstellung von Natriumphosphat;direkt aus natürlichen Kohlendioxidgruben.Kohlendioxid ist ein farb- und geruchloses Gas, es ist nicht per se toxisch, kann aber zum Tod durch Erstickung führen. Das Einatmen von stark mit CO2 angereicherter Luft ruft einen sauren Geschmack im Mund und eine Reizung in Nase und Hals hervor; dies ist seiner Reaktion mit Wasser geschuldet, durch die Kohlensäure entsteht. Die Dichte des Kohlendioxids bei Umgebungstemperatur und -druck entspricht ca. dem Eineinhalbfachen der Luft; es neigt daher dazu, sich am Boden von geschlossenen und nicht belüfteten Räumen abzulagern.
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| VOC |
Flüchtige organische Verbindungen (aus dem Englischen Volatile Organic Compounds), beinhalten verschiedene Gruppen mit verschiedenen physischen und chemischen Verhaltensweisen. Sie werden als VOC klassifiziert, sowohl die Kohlenwasserstoffe, die Kohlenstoff und Wasserstoff als einzige Elemente enthalten (Alkene und aromatische Verbindungen), als auch Verbindungen, die neben Kohlenstoff und Wasserstoff auch Sauerstoff, Chlor oder andere Elemente enthalten, wie Aldehyde, Ether, Alkohol, Ester, Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und teilhalogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (H-FCKW).
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NORM |
Abkürzung NORM (Naturally Occuring Radioactive Material) bezeichnet die radioaktiven Materialien, die sich normalerweise in der Natur finden und durch die Menschen Radioaktivität ausgesetzt sind. Die Exposition gegenüber NORM wird häufig durch menschliche Tätigkeiten gesteigert, wie zum Beispiel Kohle, Verwendung und Produktion von Düngemitteln, Produktion von Öl und Gas. Beispiele für langlebige radioaktive Elemente sind Uran, Thorium, Kalium und deren Zerfallsprodukte wie Radium und Radon. Diese Elemente sind schon immer in der Erdkruste und im Inneren der Gewebe aller Lebewesen vorhanden. Viele natürliche Materialien enthalten radioaktive Elemente (Radionuklide). Während man diesen jedoch gewöhnlich nur in geringem Maße ausgesetzt ist, können insbesondere dann Probleme auftreten, wenn NORM aufgrund menschlicher Aktivitäten in konzentrierter Form auftreten.
Durch die Anhäufung solcher Substanzen, die in den Rohstoffen, die aus der Erdkruste stammen, vorhanden sind, entsteht in einigen Prozessapparaturen die Gefahr, dass die Mitarbeiter, die darin Arbeiten verrichten müssen, Strahlung ausgesetzt werden. Die hohe Konzentration und der lange Aufenthalt im Inneren können die Gefahr von Tumoren oder Vergiftungen beträchtlich erhöhen. |

BEENGTER RAUM

Unter „beengter Raum“ versteht man einen umgrenzten Bereich, der durch begrenzte Öffnungen und eine ungünstige natürliche Belüftung charakterisiert ist, in dem sich ein gravierender Störfall ereignen kann, der zu einem schwerwiegenden oder tödlichen Unfall führen kann, in Gegenwart von gefährlichen chemischen Agenzien (z.B. Gas, Dämpfe, Pulver).
Einige beengte Räume sind leicht als solche erkennbar, da der eingeschränkte Zugang und die unzureichende Belüftung offensichtlich sind und/oder das Vorhandensein von gefährlichen chemischen Agenzien bekannt ist.
Darunter sind zu nennen:
Andere Räume können bei einer ersten oberflächlichen Prüfung nicht als beengt definiert werden, unter besonderen Umständen jedoch, in Abhängigkeit von den Arbeitsumständen oder Einflüssen aus der Umgebung können sie sich als solche gestalten und sich als genauso gefährlich erweisen.
Dies ist z.B. der Fall bei: